Die zweite Phase

Ende der Dampfzeit

Anfang der fünfziger Jahre wurden auch bei der Gerstetter Bahn Überlegungen angestellt, ob es nicht zweckmäßig wäre, die Kosten des Bahnbetriebs durch die Einsetzung von Dieseltriebwagen zu verringern. Bei der Firma Fuchs in Heidelberg wurde schließlich ein Triebwagen bestellt, der im Juni 1956 geliefert und am 2. Juli 1956 in Dienst gestellt wurde. Er leitete die vollständige Verdieselung des Verkehrs ein, so daß die Dampfloks abgestellt werden konnten.

In einem Waldstück zwischen Gerstetten und Gussenstadt wurde ein Anschluß- bzw. Ladegleis hergestellt das zur Beschickung des Bundeswehr-Depots Steinheim diente. (Bis zur Schließung des Depots)

Natürlich blieb auch die Nebenbahn Amstetten-Gerstetten nicht von Unfällen verschont. Ein besonders schwerer Zusammenstoß des einzigen Triebwagens mit einem Lastzug fand im Oktober 1965 statt, wobei sogar ein Toter zu beklagen war. Der Triebwagen wurde schwer beschädigt und mußte zur Reparatur in die Werkstatt Neuffen; bis zum Eintreffen eines ErsatzTriebwagens wurden Omnibusse eingesetzt.

Da die Holztransporte in der waldreichen Gegend zeitweise einen erheblichen Umfang annahmen, wurden schon frühzeitig in den Bahnhöfen Gerstetten, Waldhausen, Schalkstetten und Stubersheim große Holzlagerplätze angelegt.

Fast wäre auch für diese Nebenbahn das Jahr 1984 zum Schicksalsjahr geworden. Als direkte Folge des Abbaus der staatlichen Subventionen für die nichtbundeseigenen Eisenbahnen fehlte der WEG das Geld für den firmeninternen Verlustausgleich.

Doch ließen die Landkreise, Gemeinden und die Bundeswehr die Bahn damals nicht im Stich und gewährten der WEG für 5 Jahre Finanzhilfen. Damals hoffte die WEG noch, daß der weitere Betrieb der Bahn aus eigener Kraft möglich sein würde, denn in Gerstetten war ein weiteres Bundeswehrdepot geplant.

(Diese Geschichte der Nebenbahn Amstetten – Gerstetten erschien 1984. Quelle
»Württem
bergische Eisenbahn-Gesellschaft WEG«

Die Geschichte einer bedeutenden Privatbahn
Hermann Bürnheim; Herausgeber Wolfgang Fliegenbaum
Motorbuch-Verlag Stuttgart, 1986 , ISBN 3-613-01145-X
Ich habe einige Fehlerkorrekturen vorgenommen.)

Eisenbahnen auf der Alb und rundherum