Gerstetten

Unmittelbar nach dem Passieren der Schredderanlage im „Kickethau“ führt die Strecke über die Albhochfläche und überquert drei weitere durch Blinklicht gesicherte Straßen, nämlich bei km 18,728 die Berliner Straße, bei km 19,066 die Straße L 1164 (Gerstetten –Richtung Gussenstadt) und bei km 19,796 die L 1165 (Gerstetten – Richtung Heidenheim).

Dann fährt der Zug in den Endbahnhof Gerstetten (km 20,048; 635,4 m üM) ein. Der Bahnhof liegt am Ortsrand von Gerstetten.

Für seine Funktion als Endbahnhof und Zugleitstelle wurde er mit umfangreicheren Gleisanlagen und Gebäuden ausgestattet. Im großen Bahnhofsgebäude hatte die örtliche Bahnverwaltung ihren Sitz; ferner befanden sich darin die Zugleitstelle, die sonstigen Diensträume für den Bahnbetrieb und ein Wartesaal.

Das Gebäude, ein grundsolides Werk aus der Kaiserzeit, ist inzwischen im Besitz der Gemeinde Gerstetten. Es beherbergt ein kleines Museum zur Eisenbahnstrecke Amstetten – Gerstetten, ein Fossilienmuseum und eine Geoinfostelle des Europäischen Geoparks Schwäbische Alb.

Der Fahrzeugschuppen, der früher Schuppen für die beiden Dampfloks, und danach für den Triebwagen bestimmt war, geht an seinem Ende in eine kleine Werkstatt über, an der ein auffälliger Wasserturm angebaut ist. Er wird inzwischen von den Ulmer Eisenbahnfreunden (UEF) genutzt (Betriebswerkstatt Gerstetten).

In der Nähe des Schuppens befanden sich früher der Kohlenbansen, der Speisewasserkran und die Lokbehandlungsanlagen. Lange Jahre war danach hier die Tankstelle – früher für den Triebwagen, der bei der WEG für den Güter- und Personenverkehr auf der Strecke Amstetten – Gerstetten zuständig war.

Inzwischen ist ein Kohlebansebn neu entstanden und auch wieder ein Wasserkran aufgebaut. Für den Museumsbetrieb wurde  damit wieder ein echtes Dampf-Betriebswerk geschaffen.

 

Quellen:
Die Streckenbeschreibung basiert auf einer Streckenbeschreibung aus dem Buch (allerdings aktualisiert):
Württembergische Eisenbahn-Gesellschaft WEG
Die Geschichte einer bedeutenden Privatbahn
Von Hermann Bürnheim, Herausgeber Wolfgang Fliegenbaum
Motorbuch-Verlag Stuttgart, 1986
ISBN 3-613-01145-X

Eisenbahnen auf der Alb und rundherum